Heilpädagogische Diagnostik dient der Annäherung an ein Verständnis des Geworden-Seins des Anderen. Sie umfasst eine Vielzahl von Verfahren von Beobachtung bis standardisierten Testverfahren, um behinderungsbedingende Wechselwirkungen zwischen Person und Umfeld zu erfassen.

In diesen wenigen Sätzen scheint der breite semantische Raum Heilpädagogischer Diagnostik auf. Ein Verständnis von notwendigem Benennen von Bedarfen und Entwicklungspotenzialen steht oftmals im Konflikt mit der Kritik an der stigmatisierenden Wirkung von Benennungen; letztere wird in der menschenrechtlichen Diskurslinie als Menschenrechtsverletzung verstanden. Der fachliche Diskurs der unterschiedlichen Positionen ist wichtig, findet in der Praxis jedoch häufig keinen Platz.

Im Rahmen des Formats „BHP im Diskurs“ soll die Kontroverse um Heilpädagogische Diagnostik Raum finden und folgende Punkte diskutieren:

  • Zugrundeliegende Verständnisse Heilpädagogischer Diagnostik
  • Benennung vs. Etikettierung
  • Praxistauglichkeit vs. Horizonterweiterung
  • Einzelsetting vs. Gruppensetting
  • Leistungserbringung ohne direktes Mandat vs. personenzentrierte Leistung

Diskutierende:         
Prof.‘in Simone Danz (Evangelische Hochschule Ludwigsburg)
Prof. Dr. Helge Thiemann (Evangelische Hochschule Bochum)

Moderation:
Prof. Dr. Florian Kiuppis (Katholische Hochschule Freiburg)