Grußwort zur Bundesfachtagung 2019

Hubertus Heil, MdB Bundesminister für Arbeit und Soziales, Foto: BMAS

„Zusammenhalt durch Haltung“ – das Motto Ihrer diesjährigen Tagung betont die Bedeutung eines inklusiven Gemeinwesens für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Die UN-Behindertenrechtskonvention, deren Inkrafttreten sich dieses Jahr zum zehnten Mal jährt, verpflichtet die Bundesregierung dazu, zielgerichtet auf ein inklusives Zusammenleben hinzuarbeiten.

In den vergangenen Jahren haben wir vor allem den gesetzlichen Rahmen für die Inklusion und Teilhabe ein gutes Stück vorangebracht. Mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) wurde ein großes sozialpolitisches Vorhaben realisiert, das direkt der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention  dient.  Insbesondere Mitsprache- und Gestaltungsrechte von Menschen mit Behinderungen haben wir damit erheblich verbessert. Auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für die interdisziplinäre  Frühförderung  war  Teil dieses  umfassenden Gesetzes. Das ist auch das Ergebnis der konstruktiven Mitarbeit Ihres Verbandes am Gesetzgebungsverfahren, für die ich mich noch einmal ausdrücklich bedanken möchte.

Inklusion bedeutet für mich vor allem Respekt und die Anerkennung von individuellen Fähigkeiten und Lebensleistungen. Respekt und Anerkennung sind für mich wesentlich für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Dazu gehört für mich auch die Verpflichtung, allen Tendenzen zur Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen entschieden entgegenzutreten.

Respekt und Anerkennung gebührt auch Ihnen für Ihre Arbeit in heilpädagogischen, sozialpädagogischen und sozialpflegerischen Einrichtungen, in Schulen mit integrativen und sonderpädagogischen Schwerpunkten, Tagesbildungsstätten und Regelkindergärten, in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Integrationsbetrieben und bei der unterstützten Beschäftigung. Überall setzen Sie sich ein für Kinder mit oder mit drohender Behinderung, für pflegebedürftige Menschen und Erwachsene mit Behinderungen und natürlich auch für ihre Angehörigen.

Damit stärken Sie  mit Ihrer Arbeit ganz  konkret den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Und Sie tun dies als Heilpädagoginnen und Heilpädagogen schon immer mit dem Blick auf die individuellen Fähigkeiten, Schwächen und Stärken eines jeden Menschen sowie den Besonderheiten seines sozialen Umfelds.

Dank dieses umfassenden Blicks ist die Heilpädagogik eine ganz wichtige Wegbereiterin für das moderne Verständnis von Behinderung geworden. Mit dem BTHG haben wir diesen Behinderungsbegriff, der seinen Ursprung in der UN-Behindertenrechtskonvention  hat,  in  dem  Rehabilitations- und Teilhaberecht des Neunten Buches Sozialgesetzbuch zum Ausdruck gebracht.

Ich wünsche Ihnen für Ihre 53. Fachtagung interessante Einsichten, anregende Diskussionen und ein gutes Gelingen!

Und  ich  danke  dem  Berufs-  und  Fachverband  Heilpädagogik e. V. für sein langjähriges Engagement und seine fundierte Begleitung der Sozialpolitik, insbesondere im Bereich der Politik für Menschen mit Behinderungen.

Hubertus Heil, MdB
Bundesminister für Arbeit und Soziales