Medizinische Behandlungszentren (MZEB) für Erwachsene Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung – ein neuer Tätigkeitsbereich für HeilpädagogInnen

Medizinische Behandlungszentren (MZEB) bieten Menschen mit schweren Mehrfachbehinderungen im Sinne des §119c SGB V in Verbindung mit §43b SGB V
eine abgestimmte spezialmedizinische Versorgung. Sie sind auf erwachsene Menschen ausgerichtet, die wegen Art, Schwere oder Komplexität ihrer Behinderung auf dieses ambulante Versorgungsangebot angewiesen sind. Sie sind in Analogie zu den Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) als Ergänzung zum Regelversorgungssystem zu sehen.

Aufgrund der interdisziplinär ausgerichteten Zentren erschließt sich für HeilpädagogInnen ein neues Aufgabenfeld, das die Lebenswelt grundlegend berücksichtigt. Damit wird ein ganzheitlicher Ansatz in medizinische therapeutische Entscheidungen bei der Behandlung als notwendig erachtet. Um die Durchführung von heilpädagogischen Maßnahmen für Erwachsene umsetzen zu können, ist es wichtig, dass sich HeilpädagogInnen aufgeschlossen und professionell diesem medizinisch ausgerichteten Aufgabenfeld stellen.

Daher wird im zweiten Teil des DenkRaumes ein Bild skizziert werden, wie heilpädagogisches Handeln in diesem medizinischen Gebiet legitimiert werden kann. Gerade dann, wenn sich aus der historischen Entwicklung heraus die Heilpädagogik sich immer wieder seinem Gegenstandsbereich zwischen therapeutisch-medizinalen und erzieherisch-pädagogischen Ansprüchen zu orientieren hatte. In diesem Spannungsfeld wird der Heilpädagoge zusätzlich in ein ökonomisch geprägtes Dreieck von Leistungsnutzern, Leistungserbringern und Kostenträgern eingebunden um die Lebenswirklichkeit der Menschen mit Komplexer Behinderung immer wieder mitverantwortend auszuhandeln (KOBI 2010).

Referent: Florian Nüßlein